USB-Stecker und die Micro-Variante sind die wohl meistgenutzte Verbindung mobiler Geräte mit PC oder Laptop. Die Datenraten reichen beim aktuellen Standard bis 10 GBit/s.



Lange, sehr lange kochte jeder Hersteller beim Thema Ladekabel sein eigenes Süppchen. Da gab es den breiten, flachen Siemens-Stecker für S35 und Co., den filigranen (und recht empfindlichen) runden Stecker fürs Nokia 8210 oder die hakeligen Adapter, mit denen sich Besitzer früher Ericsson-Modelle wie dem T28 herumschlagen mussten.

Seit 2011 findet sich jedoch am Großteil der Mobiltelefone mit Micro-USB-Stecker eine einheitliche Schnittstelle, die EU-Kommission hatte dazu erheblichen Druck auf die Hersteller ausgeübt, um dem Kabelsalat ein Ende zu setzen.

USB-Stecker vermindern unnötiges Elektrozubehör

Ziel war es, unnötigen Elektroschrott zu vermeiden, da die Konsumenten so ein Ladegerät beziehungsweise -kabel für mehrere Geräte verwenden konnten. Der Vorteil eines Micro-USB-Steckers liegt aber auch darin, dass neben Energie ebenso Daten übertragen werden können.
Im Vergleich zum älteren Mini-USB-Standard, der technisch absolut identisch ist, sind Micro-USB-Stecker auf mindestens 10.000 Steckvorgänge ausgelegt, doppelt so viele wie bei der Mini-Variante. Der Aufbau des Kabels ist seit Einführung des Standards Universal Serial Bus, kurz USB, im Jahr 1996 gleich geblieben: Zwei Adern versorgen das Gerät mit Strom, die beiden anderen Adern stehen für Datentransfers bereit.

Die maximal mögliche Datenrate an einem USB-Stecker 2.0 liegt bei 480 MBit/s, der neueste Standard 3.1 soll für knapp 10 GBit/s gut sein, das entspricht mehr als 1.000 MB pro Sekunde. Allerdings müssen dann auch das angeschlossene Gerät und der darin verbaute Speicher entsprechend schnell sein. Um die Leistungsfähigkeit eines USB-Steckers 3.0 oder 3.1 voll ausnutzen zu können, sind außerdem andere und etwas dickere Kabel erforderlich, die zwei zusätzliche Adernpaare sowie einen Masseanschluss enthalten.

Vielfach wird der USB-Anschluss am PC zum Laden des Smartphones genutzt, allerdings sind hier maximal 500 mA verfügbar, bei USB 3.0 oder höher sind es immerhin 900 mA.
Dass das Kabel eines USB-Steckers auch deutlich höhere Stromstärken verträgt, zeigt sich beim Betrieb mit Netzteilen, die beispielsweise bei Tablets zwei Ampere und mehr ausgeben und das Endgerät so deutlich schneller laden als der USB-Anschluss am Rechner.

USB-Stecker nun auch beidseitig

Mit dem Standard 3.1 wurde auch ein neuer Anschluss mit der Bezeichnung „Typ C“ eingeführt, der – wie der Lightning-Adapter von Apple – als USB-Stecker beidseitig eingesteckt werden kann. Er ist platzsparender, dürfte aber dennoch wegen seiner Größe bei Smartphones nicht zum Einsatz kommen. Anders sieht es bei Notebooks aus, Apple hat beim aktuellen MacBook bereits diese Schnittstelle verbaut, und auch Googles neuestes Chromebook nutzt Typ C. Wie praktisch ein beidseitiger USB-Stecker ist, zeigt sich beim Blick auf Zubehörprodukte wie zum Beispiel Dockingstations.
Hier sind nur wenige mit Micro-USB, dafür aber sehr viele mit Lightning verfügbar, da das Einstecken bei einem Micro-USB-Stecker immer noch mehr oder weniger fummelig ist. Eine kompaktere Version des Typ C wäre also sowohl aus Hersteller- als auch aus Kundensicht wünschenswert. In Zukunft könnten Smartphones und Tablets aber auch ganz ohne Anschlussstellen auskommen. Mit WLAN ist die Datenübertragung bereits kabellos möglich, nur das drahtlose Laden hat sich noch nicht durchgesetzt.

Quelle: www.aetka.de / www.telecom-handel.de

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